Montag, 27. Februar 2012

Unwiderstehliche Niederlagenserie

(teo) War da was? Nur soviel: Der 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga fand statt. Neun Spiele, 26 Tore, vier Siege, vier Niederlagen. Nur ein Unentschieden. Gähn. Konkretes? Na gut: Der FC Augsburg verließ nach einem fulminanten 3:0 gegen Berlin erstmals seit 1967 wieder die Abstiegsränge, die weinroten Teufel des 1.FC Kaiserslautern haben sich durch eine unwiderstehliche Niederlagenserie endlich auf einen direkten 
Manchmal fallen die Tore zum
psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt.


(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)
Abstiegsplatz runtergearbeitet und Otto Rehhagel freut sich mit der Hertha auf die beliebten Ausscheidungsspiele (die heißen schon so!) gegen den FC St. Pauli.

Sonst noch? Der Deutsche Meister (nur der BVB!) gewinnt mit-ohne-Götze einfach weiter, die Bayern zeigen den knappen Knappen, wie man locker-flockig gegen direkte Konkurrenten gewinnt (zweimal 2:0) un
d Gladbach verschenkt zwei Punkte, weil keiner der Herren in Weiß auch nur annhähernd Normalform erreichte, vom Torwart und einem holländischen Innenverteidiger mal abgesehen. Bei den einen reicht also der Kader nicht, bei den anderen die Einstellung. Was spricht dann noch gegen Dortmunds Titelverteidigung? Öhm.

Sonst noch? Drei Mannschaften spielen zwei Plätze in der kleinen Gelddruckliga aus. Leverkusen konnte durch einen Sieg in Köln als einziges Team in diesem Trio punkten. Apropos Kölle: Der Eff-Ceh kommt nun auch mit Podolski jämmerlich daher. Vier Punkte zum Relegations- und sechs auf einen direkten Abstiegsplatz sind realistische Optionen für den Klub vom Rhein. Viva Colonia. Werder vergeigte rätselhafterweise zu Hause gegen Nürnberg, das dadurch mal flugs auf Platz 10 hopste und Hannover verlor in Dortmund verdient, aber unnötig, was sich genauso seltsam anhört, wie es war.


Sonst noch? Mohammed Zidan ist der Spieler der Rückrunde - und wer bislang dachte, der Ägypter funktioniere nur bei Klopp, der muss seinen Horizont um ein zartes Tuchel erweitern. Vier Spiele, vier Buden. Mainz kann sich auf ein weiteres Jahr Bundesliga freuen. Und warum Wolfsburg die Liga halten kann, muss als Mysterium des Fußballs in die 49-jährigen Annalen eingehen. Freiburg lobt sich derweil selbst, auch wenn die Punkte ausbleiben. Das gibt's auch nur im schwarzen Wald. 


Was spricht also nochmal gegen die Titelverteidigung der Mannschaft aus dem Signal-Iduna-Park? Hm.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Konfettikanone im Entmüdungsbecken

(teo) Es sind ja dieses besonderen Momente im Leben eines Fußballers, für die man mitunter ein halbes Leben lang gegen die Murmel tritt. Mancher erlebt sie nie, sagen wir mal, ein Max Eberl, mancher des Öfteren, sagen wir mal, ein Rudi Völler. Einen großen Titel gewonnen, Konfettiregen aus der Kanone, Stadtrundfahrt in offenen Autos, Champagnerduschen im Entmüdungsbecken. In Unterföhring haben die 
Die schönste Rückennummer der Welt.
(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)
Bezahl-Fernsehen-Macher Jahrzehnte auf diesen Moment hingearbeitet und es endlich geschafft: Es ist der perfekte Spieltag, dieser 23. der Fußball-Bundesliga. Alle fünf Top-Mannschaften in den vier Live-Spielen untergebracht. Respekt, Ihr Sternsinger!

Am Freitagabend zur Bowlinganfangszeit um 20Uhr30 erwartet der VfL 1900
Borussia Mönchengladbach den Hamburger SV zur Punkteablieferung im schönsten Stadion am Niederrhein. In Gladbach genießt man die letzten Spiele mit Erfolgsmannschaft und -trainer und spielt nun einfach außer Konkurrenz. Und dieselbe in Grund und Boden. Reus nach Dortmund? Pah! Neustädter zu Schalke? Na und? Dante und Favre zu Bayern? Was soll's? Die erfolgreichste Saison seit Menschengedenken - also seit den 70er Jahren - kann den neuen Fohlen niemand mehr nehmen.

Und Max Eberl wird bald ein neues Konto eröffnen müssen, weil das alte voll ist. Etwa 30 Millionen darf der fußballerisch und kaufmännisch gleichsam limitierte Außenverteidiger im Sommer aus dem Fenster werfen, um die Lücken zu füllen. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst gilt es, die Saison mit Kakaopulver auf der aufgeschäumten Milch zu garnieren. Der Antrag auf Vorverlegung des Pokalhalbfinals gegen die Bayern läuft bereits. In der Form wie derzeit sind die Bayern ja nur ein Abziehbild und mit dem Finale gegen Greuther Fürth in Berlin wären die Gladbacher dem ersten Titel seit 17 Jahren ein Stück näher. Hm. Wo war ich gerade? Ach so. Bundesliga. Gegen den HSV. Die Unabsteigbaren! Der Dino der Liga! Jaja. Borussia - HSV 4:0


Kleiner Wermutstropfen im Siegeskelch der oberbayerischen Programmplaner ist das Topspiel am Samstagabend zur Handball-Anwurfzeit um 18Uhr30. Bremen gegen Nürnberg. Nun ja. Da hätte sich ein zünftiges Derby am Rhein, mit Pyrotechnik-Einlagen vom Feinsten angeboten, aber das sahen die Sterngucker im Süden der Republik wohl mal wieder anders. Bremen gegen Nürnberg? Ach ja. Ein Fußballspiel. Werder - FCN 3:2


Am Sonntag zur Amateurfußball-Anstoßzeit um 15Uhr30 gedenken die knappen Knappen die Gunst der Stunde zu nutzen und einfach mal wieder bei den Bayern zu gewinnen. Es ist so einfach wie selten, in dieser Saison in München zu punkten. Bei den Roten stimmt es hinten (Boateng, Rafinha, Neuer) und vorne (Ribery, Robben, Kroos) nicht. Das beste Trainingslager aller Zeiten ist schuld. Woran das Attribut beim FCB im Übrigen gemessen wurde, ist unklar. Die Außentemperaturen? Das Mischungsverhältnis der Cocktails? Die Bikinigröße der Badegäste? Egal. Die Rückrunden-Bayern jedenfalls in einem jämmerlichen Zustand.


Schalke hat sich nach der vernichtenden Niederlage in Gladbach wieder berappelt und macht einfach weiter. Mit dem besten Sturm der Liga (50 Tore). Bayern macht derweil einfach das, was sie immer tun und was sie bekanntlich am besten können, wenn der Erfolg ausbleibt: Die potentiell gefährlichen Rivalen kaputt. Aus Gladbach werden im Sommer Dante und Favre kommen, damit sind die Fohlen nach den Abgängen von Reus und Neustädter in der nächsten Saison mit der Dreifachbelastung aus Pokalverteidigung, Champagnerliga und Meisterschaft so gut wie ausgeschaltet. Wie jetzt? Das Thema hier war Bundesliga? Nun gut. FCB - S04 0:2


Am Sonntag zur Hockey-Anrollzeit um 17Uhr30 zeigt der Deutsche Meister (nur der BVB!) dem Hannoverschen Sportverein von 1896 was ne Harke ist. Zack! Dortmund spielt derzeit so erfolgreich, dass kaum noch jemandem auffällt, dass Lionel Götze weiter verletzt fehlt. Einfach weiterpöhlen. Und von Spiel zu Spiel denken, bis dann irgendwann - Überraschung - wieder so eine hässliche Salatschüssel in der Vitrine des Borusseums an der Strobelallee steht. Ja, der BVB kann Titelverteidigung (1995, 1996), das weiß man. Also, wo, bitteschön, ist das Problem? BVB - 96 1:2


Was vergessen? Ach so. Im Topspiel am Samstag zur Bundesliga-Anstoßzeit um 15 Uhr30 kommt es im Müngersdorfer Stadion, das längst wie eine Stromsorte heißt, zum rheinischen Derby. Köln gegen Leverkusen war früher mal spannend. In dieser Saison sind beide gleichsam außer Form. Und vier Plätze hinter den eigenen Erwartungen zurück. Was für Leverkusen Platz 6 und Köln Platz 14 bedeutet. Trotzdem: Ein Derby ist ein Derby ist ein Derby. Oder so. Bayer 04 - Kölle 0:1


Sonst noch? Ach so, das Rahmenprogramm:

Stuttgart - Freiburg 2:1
Mainz - Kaiserslautern 3:2
VW - SAP 1:1
Augsburg - Hertha 0:0

Montag, 20. Februar 2012

Borussia-Gen und beleidigte Weißwürste

(teo) Nach dem 22. Spieltag ist endlich deutlich geworden, dass das Bayern-Gen keine dominante Rolle mehr in der Fußball-Bundesliga spielt. Und dass Mutationen öfter vorkommen, als es Biologen und Bajuwaren lieb sein kann. Der Rekordmeister verliert beim Tabellenletzten. Zwei Punkte. Und der klopp-ähnliche Trainer des HSV, Ex-Bayer im Herzen und Dortmunder qua Geburt, verliert zu Hause 
Schade eigentlich.
(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)
gegen den Nord-Rivalen Werder Bremen deutlich. Und die Bayern-Filiale in der Hauptstadt verliert gegen den Deutschen Meister 2011 und 2012 (nur der BVB!) unglücklich, aber folgerichtig.

Christian Nerlinger ist alarmiert, Uli Hoeneß in der Kabine. Jupp Heynckes hat mit und ohne Brillenputztuch auf der Bayern-Bank derzeit den Durchblick verloren. Aus eigener Kraft kann der FC Bayern zwar eventuell noch das Champions-League-Finale im vereinseigenen, knallroten Schlauchboot erreichen, aber wieder das Finale zu verlieren, dazu nach zu hause macht ja auch keine rechte Freude. Und aus eigener Kraft geht es in der Liga nicht mehr an den beiden dominierenden Mannschaften vorbei. Denn die haben ja das Borussia-Gen. Schlimmer noch: Im Halbfinale des Pokals verlieren die Roten bekanntlich zum dritten Mal gegen den alten und irgendwie auch wieder neuen Rivalen aus
Mönchengladbach. Es wird also ein zweites titelloses Jahr in Folge. An der Isar gibt man  automatisch die beleidigte Weißwurst. Gefühlt ist das für die Forever-Number-One-Träumer wie ein Abstieg. In die große Gelddruckliga nur als Ligadritter? Pah! Eine Schmach! Was für eine verkorkste Saison!

Komisch, dass davon in Freiburg, Augsburg und Kaisersbur.., ähem Lautern keine Rede ist. Alle drei kleben punktgleich auf den Rängen 16 - 18 und sind im höchstem Maße von der "besten 2. Liga aller Zeiten" (Sport1-Reklame) bedroht. Dazu gesellen sich Hertha (20 Punkte), Mainz und Köln (je 24) sowie Nürnberg (25), der unabsteigbare HSV, Hoffenheim, Stuttgart (je 26) sowie VW (27). Dreimal verlieren - größer ist die Distanz auf den unteren elf Plätzen ab Rang 8 nicht. Gesichert sind vor dem letzten Drittel der Saison lediglich Hannover, Leverkusen (je 34) und Werder (36). Vom Führungsquartett mal ganz abgesehen. Die Liga tritt in diesem Jahr erstmals im ebenso unbekannten wie -gewöhnlichen 4-3-11-System an. Eine breite Spitze, ein kleines Mittelfeld und dicht gestaffelte Niederungen. Müssen wir das gut finden? Nein. Aber hilft das wem? Nö. Also Brille putzen und weitermachen. 

Samstag, 18. Februar 2012

Rudi Völlers neuer Ausraster

(teo) Es ist ja so: Manchmal muss man, sagen wir bei kleinen Kindern, Welpen 
(Screenshot: Thomas Ottensmann)
oder Fußball-Profis, hart durchgreifen und den Anfängen wehren. Um 
Auswüchse, Ausschreitungen und Schlimmeres zu verhüten. Rudi Völler ist seit seiner legendären Scheiß-Weißbier-Rede* bei Waldemar Hartmann ja bekannt dafür, das immer an der richtigen Stelle und in der richtigen Tonlage zu schaffen.

Und mit optimalem Erfolg. Den gesamten Strip des großartigen Cartoonisten und St.Pauli-Fans 
Guido Schröter aus seiner sehr schönen Reihe 'Fußballgötter' (jeden Samstag in der Süddeutschen Zeitung live und in Farbe zu bewundern) gibt es in voller Länge und Pracht mit einem Klick auf diesen Link:

Rudi greift durch.


* Und hier können wir nomma in Ruhe die Vergangenheit Paroli laufen lassen:


Donnerstag, 16. Februar 2012

Stillleben, Strumpfhosen und Stimmungsaufheller


(teo) In Zeiten der Krise setzen die Menschen an den langen Hebeln bekanntlich gerne auf Brot und Spiele für den Plebs. In diesem Fall haben die Sternsinger aus Unterföhring aber einen ganz teuflischen Plan ausgeheckt: Karneval und Derby-Zeit! An ein und demselben 
Wochenende! Rasse, Klasse, Spaß -alles auf einen Streich. Der 22. 
Eine Ecke, kein Elfer.
(Foto (c): Thomas Ottensmann)
Spieltag der Fußball-Bundesliga , ein wahrer Stimmungsaufheller fürs Volk. Krise, pah! Welche Krise? Und das Graubrot (Doppelback, dunkel, geschnitten) habe ich übrigens heute Morgen schon eingeholt.

Traditionell beginnen die Narren in der Zentrale des Bezahlfernsehens den Spieltag mit einem exqusiten Knaller. Im Stadion des SAP-Betriebssport-Zentrums in Sinsheim kommt es zum traditionreichen Südwestschlager zwischen der TSG von 1899 Hoffenheim und dem 1. FSV Mainz 05. Die Polizei in Heidelberg hat dieses 167. Duell der beiden Klubs zum Hochsicherheitsspiel erklärt und vier Hunderschaften aus Mannheim und Wiesbaden angefordert. Die Fanblöcke gelten als extrem verfeindet. Entsprechend haben beide Vereine im Vorfeld auf Pressekonferenzen erklärt, die Rivalität solle im fairen Rahmen lediglich auf dem Spielfeld ausgetragen werden. Hoffentlich hält der Burgfriede und die Polizeikette! 1899 - FSV 2:2

Am Samstag zur Bundesliga-Anstoßzeit um 15Uhr30 reist der Deutsche Meister (nur der BVB!) zum Derby gegen seinen ehemaligen Meisterspieler Renè Tretschok in die Hauptstadt. Ein kniffliges Ding. Hertha geht mit dem dritten Trainer in das 22. Saisonspiel. Und Hertha wurde bekanntlich mit jedem Trainer jeden Tag ein bisschen besser. Dortmund ist also gewarnt, der Chefpöhler mahnt vor einem gefährlichen Spiel. Zumal Berlin die einzige Mannschaft war, die im Hinspiel im Versicherungspark im Pott gewinnen konnte. Knifflig! Berlin - Dortmund 0:4

Endlich wieder ein Nordderby! Vorbei die Zeiten, als sich Hamburg und Bremen pro Saison achtzehnmal in Liga, DFB-Pokal, Europa League, Alster-Cup, Becks-Halbliter-Pokal und vierzehn anderen Wettbewerben duellierten. Exakt zweimal pro Saison findet dieser Klassiker in diesen trüben Tagen noch Platz im Spielplan. Werder gewann das Hinspiel gegen einen schlappen HSV mit 2:0. Aber unter dem klopp-ähnlichen Coach hat sich der Hamburger SV längst wieder zu einem Weltstadt-Klub entwickelt. Mit prächtigen Perspektiven. Mit Jarolim soll sogar einer der begnadetsten Fußballprofi-Darsteller der Liga gehalten werden. Hamburg gewann die letzten drei Heimderbys. Werder verlor die letzten drei Auswärtsderbys. Brisant! HSV - Werder 3:3


Im Frankenstadion, das längst wie ein leichter Weg in die Schuldenfalle heißt, wird am Faschingsamstag traditionell das historisch seit 1771 belegte 12/14-Derby ausgetragen. Die Clubberer empfangen als Tabellenvierzehnter den Tabellenzwölften 1. FC Köln, der weiterhin auf seinen einzigen Vollprofi verzichten muss. Lukas Podolski ist dabei nicht nur verletzt, sondern am Wochenende auch im Seniorenheim Köln-Hürth im Einsatz, wo er seine Sozialstunden wegen des umjubelten Interviews mit der dicken Blödzeitung ableistet.


Gespannt verfolgt das Publikum auf den billigen Plätzen aber den Auftritt von Miso Brecko am Karnevalssamstag. Nach seiner Roten Karte verlor der Kölner Hobbyfußballer bekanntlich bei einer Fahrt mit dem Auto ins Gleisbett der Kölner Straßenbahn zunächst den Überblick, dann alle vier Reifen und schließlich den Führerschein und noch schließlicher eine hohe fünfstellige Geldsumme, die der Eff-Ceh von ihm einforderte. Wegen, wie es hieß, "unprofessionellen Verhaltens in der Öffentlichkeit und wegen der Verletzung seiner Vorbildfunktion als Spieler des 1. FC Köln".


Sollte sich gefälligst ein Beispiel an Lukas Podolski nehmen, der im Straßenverkehr unbestritten ein leuchtendes Vorbild für eigentlich alle freien Bürger ist. Brecko wiederfuhr sein Ungemach übrigens im Anschluss der internen Karnevalsfeier des FC, unmittelbar nach der begeisternden 0:1-Heimschlappe gegen den HSV. Die Preisrichter der Promille-Kommission zogen hernach unisono die 1,6. Samstag ist in Franken traditionell nicht nur 12/14-Derbyzeit, sondern auch Fasching. Wäre doch gelacht, wenn es am Freitagabend nicht schon irgendwo zünftig zur Sache ginge. Tusch! FCN - Kölle 2:1


Auf dem Betze kommt es am Samstag zum Klassiker-Derby zwischen Kaiserslautern und
Borussia Mönchengladbach. Sieben der letzten acht Spiele verloren die Fohlen bei den weinroten Teufelchen in der Pfalz. Und Lionel Reus ist fraglich, was für die Borussia in der Regel Unheil bedeutet. Lautern seit elf Spielen ohne Dreier. Und seit Menschengedenken auf dem Relegationsplatz festgetackert. Ein Kleiner!! Was für Gladbach in der Regel Unheil in Form einer 0:1-Klatsche (Augsburg, Freiburg, Nürnberg, Schalke) bedeutet. FCK - VfL 0:1

Endlich mal was Neues aus der Forschung: Augsburg ist nicht Barcelona. Leverkusen ist beruhigt. Die "türkise Pestilenz" (Marcel Reif) ist längst wieder aus der rheinischen Provinz abgereist, das Aus der Werkself (c) in der Champagner-Liga ist schon nach dem Hinspiel besiegelt. Gottseidank kommt jetzt die Provinz in die Provinz. Prickelndes Kleinstadt-Derby! Die versammelte Weltpresse hat folgende Notizen aus der Provinz in ihren digitalen Blöcken festgehalten: Robin Dutt ist immer noch Trainer in Leverkusen, Michael Ballack ist immer noch verletzt und Bayer 04 ist immer noch neben der Spur. Was ja auch positiv sein kann (vgl. Miso Brecko). Hochspannung garantiert. TSV 04 - FCA 2:0


Nach Gleichstand in insgesamt vier anstrengenden Kniffel-Runden ergab das Pinneken-Ziehen in der Sternwarte in Oberbayern den drallen Prall des SC Freiburg gegen FC Bayern München als absolutes Topspiel am Samstagabend zur Tischtennis-Aufschlagzeit um 18Uhr30. Die Bayern halten den holländischen Strumpfhosenträger nicht für einen Egoisten. Aber für einen absoluten Weltklassespieler. Der er auch ist. An vier, fünf Wochenenden pro Saison. An sechs bis acht Wochenenden ist er verletzt, an weiteren drei bis fünf außer Form. Folgerichtig soll der Vertrag mit Arjen Robben über 2013 verlängert werden. Sonst noch? Im Schwarzwald hängen die Tannenzapfen verdammt niedrig. Das Derby Klein gegen Groß, bei dem Münchener Keeper schon mal Golfbälle mit der Schläfe stoppen, hat nichtsdestoweniger seine ganz eigenen Gesetze. SCF - FCB 1:5


Am Sonntag zur Handball-Anwurfzeit um 15Uhr30 brennt in der Turnhalle wieder Licht. Und das Dach ist zu. Weil sich fieser Nieselregen angekündigt hat. Felix Magath reist mit zwei VW-Mannschaftsbussen an, weil er endlich mal den kompletten Kader dabei haben will. Zur Sicherheit. Apropos: Auf Schalke lässt Huub Stevens nach der 0:3-Klatsche in Gladbach wieder nach dem Motto "die Null muss stehen" spielen. Unverständlich. Schließlich ist Heiko Westermann längst beim HSV untergekommen. Christoph Metzelder soll einspringen. Wolfsburg wähnt sich als Achter aus dem Gröbsten raus. Schalke als Vierter mit acht Punkten Vorsprung vor einem Nicht-Quali-Platz für die große Gelddruckliga auch. Wie man sich doch täuschen kann. Das Derby "Magath einst" gegen "Magath aktuell" elektrisiert wieder die Massen. Die Pilsbier-Arena ist seit Monaten restlos ausverkauft. Auf dem Schwarzmarkt wurden Karten für das Spiel vierstellig gehandelt. In Stückzahlen. Schalke - VW 1:1


Sky wäre natürlich nicht Sky, würden sich die versierten Fußballkenner nicht einen Leckerbissen für das Sonntagabend-Livespiel aufsparen. Wenn der VfB Stuttgart nach Hannover reist, dann steht die Zeit still. Staubkörner gefrieren im gleißenden Flutlicht zu Stilleben von Caspar David Friedrich. Atemlos nehmen die Zuschauer in der selbstredend ausverkauften Finanzhai-Arena ihre Plätze ein, um Fußball der Extraklasse zu genießen. Das Derby des Siebten gegen den Neunten (beide lediglich fünf winzige Pünktchen voneinander entfernt) ist der Auftakt für rauschenden Karnevalspartys in den beiden Metropolen des Frohsinns. Narhallamarsch! 96 - VfB 2:1

Montag, 13. Februar 2012

Miro & Poldi im Glück

(teo) Der 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist schnell zusammengefasst. Deutscher Meister wird nur der BVB! Bayern München darf ebenfalls wieder an der großen Gelddruckliga teilnehmen und Borussia Mönchengladbach ist zwar als Pokalsieger automatisch 
Und zwischendurch Europa League.

(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)
für die kleine Gelddruckliga qualifiziert, wird sich aber aus rein monetären Gründen für die Champagner-Liga entscheiden. Weil man da bekanntlich schon in der Vorrunde so viel verdient wie ansonsten erst in den K.o.-Runden.

Und Greuther Fürth wird als Aufsteiger und Pokalfinalist zwar direkt mit der Dreifachbelastung aus Liga, DFB-Pokal und Europa League in seine allererste Bundesligasaison gehen, aber die Euphorie um den Fusionsklub von Mike Büskens ist riesig. Es sollen über 830 Dauerkartenanfragen vorliegen. 


Sonst noch? In Köln traut man der Mannschaft nach dem Abgang von Lukas Podolski durchaus den direkten Abstieg in der 50. Bundesligasaison 2012/2013 zu. Podolski, der für 11,1 Millionen (und 4,8 Millionen Schwarz-, ähem, Handgeld) zu Lazio Rom ging, mischt seitdem an der Seite seines Wunschpartners Miro Klose als "Duo Tedesci Infernale" höchst effektiv die Serie A auf. 


In Kaiserslautern will man nach den beiden gegen den VfL Bochum deutlich verlorenen Relegationsspielen möglichst direkt wieder aufsteigen. Wegen der Tradition und der Region und weil die Fans sich sonst wieder in den Kneipen statt auf dem Betze schlagen müssten. Sofort wieder hoch will natürlich auch die olle Tante Hertha. Doch die steht unter Trainer Toppmöller in der 2. Liga kurz vor der Insolvenz. Was Manager Marcelinho (im weißen Pelzmantel) allerdings lange vehement bestreitet. In Augsburg herrscht nach dem erwarteten direkten Wiederabstieg blanker Realismus vor. Der Vertrag mit Trainer Luhukay wurde um vier Jahre vorzeitig verlängert. Manager Thurk plant langfristig für die 3. Liga. 


Bei den knappen Knappen ist der Katzenjammer nach den verlorenen Quali-Spielen gegen Otelul Galati hingegen groß. Aber soviel Realismus muss sein: Der rumänische Meister war einfach eine Nummer zu groß. Es reicht am Schalker Markt halt nur für die kleine Gelddruckliga. Deswegen wunderten sich die Fans dann auch nicht mehr, als der Wechsel des in Düsseldorf lebenden Weltstars Raul zu Borussia Mönchengladbach durchsickerte. Zu groß war für den Senor der Wunsch, endlich bei Borussia Barcelona mittun zu dürfen. In Bremen und Hannover ist man mit der Lizenz für die kleinen Scheine hingegen mehr als zufrieden. Mehr war in dieser Saison einfach nicht drin. 


Sonst noch? In Düsseldorf plant Trainer Meier einen Durchmarsch, um die Fortuna endlich wieder dahin zu führen, wo sie hingehört: nach Europa. Manager Rösler will zwei, drei Weltstars in die nordrhein-westfälische Metropole holen. Eintracht Frankfurt mit Trainermanagervorstand Armin Veh hat nach dem unerwarteten Daum-Tief jetzt ebenfalls wieder die europäischen Plätze im Visier. Veh holt als Sturmpartner für Idrissou, Friend, Alvarez, Meier, Hoffer und den zurückgekehrten Gekas einfach auch noch Helmes, Novakovic, Lasogga und Berbatov. Veh will im neuartigen 0-0-10 durchstarten.


Der VfL Bochum hat dagegen als einziger Aufsteiger lediglich den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Obwohl die Fans auf der Osttribüne nach der gewonnenen Relegation gegen die weinroten Teufel ja längst schon wieder skandierten: "Wir steigen auf, wir steigen ab - und zwischendurch UEFA-Cup!". Aber den gibt's ja gar nicht mehr. Und auf Europa League reimt sich nix. 

Entscheidend is Platz

(teo) In Sachen Didaktik ist es manchmal in der Tat einfacher, etwas nicht nur verbal, sondern sofort auch visuell zu erklären. Beispielsweise ein Imperativ, der sich direkt erschließt, quasi ohne Worte. Dank an dieser Stelle (wieder mal) an den ehemaligen Preußen- und BVB-Kicker Adi Preißler für sein gerne und zumeist falsch zitiertes Bonmot, das im Original bekanntlich so ging: "Grau ist alle Theorie, maßgeblich ist auf'm Platz."

"Wir müssen die linke Seite zumachen."
(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)

Freitag, 10. Februar 2012

Borussia-Dusel, Zifferntatoo und Abstiegsbrodem

(teo) Drunter und drüber geht es am 21. Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Und bei SAP. Mit Holger Stanislawski sollte ein Hauch von Piraten, St. Pauli und Kiez in die traditionsreiche Arena der TSG Hoffenheim von, ähem, 1899 wehen. Nach der Entlassung in 
Ohne klare Regeln
funktioniert Fußball nicht.


(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)
beiderseitigem Einvernehmen nach immerhin sechs von vereinbarten 36 Monaten kommt nun Markus Babbel. Folgerichtig. Weil er nur noch Platz für vier Ziffern auf seinem Oberarm hat. 

Babbel war in der Hauptstadt nach einem Streit mit Manager Preetz bei Hertha vor gut sechs Wochen geflogen. Jetzt wird bestimmt alles gut beim ambitionierten Tabellenachten, der zuletzt gegen die ruhmreiche SpVgg Greuther Fürth zuhause die Chance auf ein lukratives Pokal-Halbfinale verbaselte. Babbels Nachfolger Michael Skibbe hat derweil in der Hauptstadt ebenfalls für einen ganz neuen Hauch gesorgt. Nach vier Pflichtspielen in Folge schnuppert es in Berlin streng nach 2. Liga. Abstiegsbrodem vom Feinsten! Ja, neue Besen kehren zumindest, nun ja, sagen wir mal anders.

Wird eigentlich Fußball gespielt am Wochenende? Ach, sicher. Wenn bei Kiel on Ice angepfiffen werden konnte, dann auf warmem Rasen in den Luxus-Arenen der Liga erst recht. Zudem ist es ja zehn Grad wärmer als zuletzt. Klimaerwärmung! Oder so. Gut, am Freitag Abend um 20Uhr30 eher nicht, wenn im Sky-Topspiel unter Flutlicht und auf Rasenheizung der ruhmreiche VfL Wolfsburg gegen den Sportclub Freiburg um Punkte in der VW-Arena kickt. Felix Magath will seinen eigenen Rekord schon wieder brechen und alle Neuzugänge in der Bundesliga nach und nach mit Zwei-Minuten-Einsätzen (sorry, Patrick Helmes!) nach und nach akklimatisieren. Es wären, nach ersten Hochrechnungen, die Spieler Nr. 117 bis 124. VW hat bei der DFL ohnehin einen Antrag auf dreistellige Rückennummern gestellt, damit der VfL-Kader endlich ordnungsgemäß durchnummeriert werden kann. Wird gekickt? Ja. VfL - SCF 2:0

Mit dem Auftaktspiel haben die Macher des deutschen Bezahl- und Kneipenfernsehens ja wieder mal alles richtig gemacht. Wetten auf Topspiele von Sky-Deutschland werden bei englischen Buchmachern übrigens längst nicht mehr angenommen. Die Quote für Graupenspiele in der Live-Übertragung stand seit Wochen bei 0,5:1. Reich wird da keiner. Und die Sternengucker aus Unterföhring haben schließlich einen Ruf zu verlieren. Deswegen ließen sie sich auch nicht lumpen und haben den Experten Oliver Pocher das erste Topspiel am Sonntag um 15Uhr30 auslosen lassen. Die Glücksfee hatte ein glückliches Händchen: Die Knaller-Partie FC Augsburg gegen 1.FC Nürnberg (0:0) reißt die Fans vom Hocker. Ähnlich wie Pochers Pointen. 

Fritz von Thurn und Taxis zog dann noch mit dem Ausruf "Klassiker!" das Spiel 1.FC Köln (erster Deutscher Bundesliga-Meister von 1963, in den 70er Jahren unter Hennes Weisweiler ne ganz große Nummer) gegen den Hamburger SV (Uwe Seeler, Ernst Happel, Günter Netzer, Franz Beckenbauer, seit 49 Jahren noch nie aus der Bundesliga abgestiegen, der Dino der Liga!) als zweites Topspiel um 17Uhr30 aus der Trommel. Weil es in seiner erfolgreichen Zeit am Mikrophon, damals, als die Sportschau noch Trompetenfanfaren in der Titelmusik hatte, ja schließlich auch mal ein Topspiel war. Jaja, Erinnerung verklärt. Wie's ausgeht? HSV - Köln 3:2

In der Bundesliga-Konferenz am Samstag um 15Uhr30 versenden die Sky-Jungs dann die 08/15-Kicks des deutschen Meisters (nur der BVB!) gegen Leverkusen Forrest. Gähn. 4:2. Der deutsche Rekordmeister (nur der FCB) knickert gegen den Relegationsteilnehmer 1. FC Kaiserslautern, der unter Otto Rehhagel gerne mal in München gewann. Lange her. FCB - FCK 2:0. Werder Bremen empfängt zeitgleich die traditionsreiche TSG 1899 Hoffenheim. Hmpf. SVW - TSG 3:2. Der VfB Stuttgart will daheim gegen Hertha BSC den Abwärtspaternoster anhalten. Hertha will den freien Fall zurück in die Zukunft stoppen. VfB - Hertha 0:0.

Fehlt was? Ach so. Das Topspiel am Samstag. Die Sky-Jungs waren in der letzten Woche längst nach Hause gegangen, als die tüchtige Reinigungskraft mit dem Staubwedel noch zwei Kugeln aus der Lostrommel fischte. Geistesgegenwärtig sicherte sie die beiden Lose, auf denen Borussia VfL 1900 Mönchengladbach (Heimspiel) und FC Schalke 04 (auswärts) in krakeliger Schrift (mit Kuli) geschrieben stand. 

Deswegen kreuzen sich am Samstagabend um 18Uhr30 schon wieder die Wege des Überraschungstabellenvierten und des Überraschungstabellendritten. Gladbach grüßt den längst aus dem DFB-Pokal geflogenen Titelverteidiger als frisch gebackener Pokal-Halbfinalist. Und gewann das Viertelfinale in Berlin, obwohl die Borussia eigentlich das schwächere Team war. Erst der schmeichelhafte Punkt in Wolfsburg, dann der 2:0-Sieg in Berlin. Obacht, die neuen Fohlen gewinnen jetzt auch schon Punkte und Spiele unverdient, irgendwie mit, nun ja, Borussia-Dusel. Was das für das Spiel gegen Schalke bedeutet? Nix. Aber Geschichte wiederholt sich eben doch. Borussia - Schalke 3:1

Montag, 6. Februar 2012

Internationaler Tag der Unentschieden

(teo) Was war denn da los? Internationaler Tag der Unentschieden? Nicht nur: Auch für Heimsiege standen die Sterne eher schlecht. Exakt null Siege der Gastgeber durften wir am 20. Spieltag der Fußball-
Klöpper abputzen
und weiter geht's.


(Foto (c): Thomas Ottensmann)
Bundesliga verbuchen. Dafür aber drei Auswärtssiege, alle zu null. Und sonst? Sechsmal Remis, davon dreimal mit vier Toren. Schlechte Zeiten für Tipper.

Zur Liga soll ich noch was sagen? Fällt mir nix zu ein. Höchstens das: Deutscher Meister wird nur der BVB, die Tabelle beweist es. Wir müssen aber noch bis zum 30. Spieltag warten, ob es der FC Bayern noch aus eigener Kraft schaffen kann, Dortmund vom Lieblingsplatz wieder zu verdrängen. Dann geht es ins ehemalige Westfalenstadion. Und in den neun Spielen dazwischen? Nun, der BVB ist seit 14 Spielen ungeschlagen, dann dürften die nächsten neun also auch kein Problem werden.


Bei
Borussia Mönchengladbach zeigte Marco Reus, dass ihm manchmal auf dem Platz doch noch was durch den Kopf geht. Chancen, wie die in der 69. Minute in Wolfsburg, lässt der Lionel vom Niederrhein eigentlich nicht liegen und warum er den freistehenden Mike Hanke nicht bediente, weiß nur er allein. Oder eben nicht. Schuss, Pass, Übersteiger? Wer sich so lange alles in Ruhe noch mal durch den Kopf gehen lässt, der ist verloren. Gut, das hat Gladbach nicht und da alle, außer dem Deutschen Meister, remisierten, tut das auch nix zur Sache. Genau genommen.

Schalke duselte sich zu einem Punkt in der Halle gegen Mainz und das auch nur, weil Obasi einen Unmöglichen machte. Unter großer Anteilnahme von Wetklo. Kurze Ecken sind Torwartecken und die gehören geschlossen. Immer. Punkt. Werder schaffte es überraschenderweise nicht, in Freiburg zu gewinnen, obwohl der Pizza-Express wieder zuverlässig zweimal auslieferte. Sonst noch? Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Stanislawski die SAP-Arena, SAP-Arena sein und die Mannschaft der untrainierbaren Alibi-Fußballer allein rumknickern lässt. Verständlich, wenn man sich für Fußball interessiert.


Und sonst? Köln träumt von der kleinen Gelddruckliga und hat - schenkt man der örtlichen Presse Glauben, mit dem Abstieg nichts mehr am Hut. Wozu so ein 1:0-Sieg auf dem Betze doch alles gut sein kann. 
Augsburg holt einen Punkt und Leverkusen verschenkt einen. Und Ballack sitzt auf der Bank. Alles wie gehabt, also. Hannover schließlich will nach dem Sieg bei Hertha noch weiter nach oben und ist einer der wenigen Gewinner des Spieltages.

Und Michael Skibbe macht einfach da weiter, wo er bei Hertha auch angefangen hat: Einfach jedes Spiel verlieren, dann kann man auch zeigen, dass der Rekord der Eintracht aus Frankfurt im letzten Jahr nix für die Ewigkeit war. Jetzt freut sich der ehemalige Co-Trainer von Rudi Völler auf den DFB-Pokal. Da hat er ja noch nicht verloren. Es kommt Borussia Mönchengladbach. Und der Deutsche Meister (nur der BVB!) reist zu den Störchen nach Kiel, um ihnen die despektierlichen Sprechchöre abzugewöhnen.

Pokal? Das ist so wie mit dem
21. Spieltag: Wir spielen wieder Flitzebogen. Wir sind gespannt.

Freitag, 3. Februar 2012

Donnerstag, 2. Februar 2012

Ungekämmte, Pöhler und Wegelagerer

(teo) Murmeltiertag. Schon wieder. Der 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga steht bibbernd und steifgefroren vor den Stadiontoren und nölt um Einlass. Meinetwegen. Die erste Meldung des Tages kommt aus Unterföhring. Dort wurde Mitte der Woche die Sky-Zentrale nach Rauschmitteln und bewusstseinserweiternden Substanzen durchkämmt. Der Grund liegt auf der Hand: Den DFL-Ermittlern kamen die 
Ansonsten alles Essig.
Die hässlichste
Salatschüssel der Welt.
Ansetzungen der Top-Spiele am Freitag- und Samstagabend spanisch vor. Nur soviel an dieser Stelle: Es spielen vier deutsche Profi-Klubs gegeneinander.

Zum Topspiel deutlich unter Flutlicht und dem Gefrierpunkt treten am Freitagabend zur Eishockey-Anstoßzeit um 20Uhr30 der Deutsche Meister (nur der BVB!) und der Deutsche Altmeister (nur der FCN!) an. Die Clubberer zittern. Vor Kälte. Vor dem Transrapid-Tempo der Biene-Maja-Kicker aus dem Revier. Vor Abstiegsangst. Aber da sind sie ja in bester Gesellschaft der halben, ach was, der dreiviertel Liga. Mit Ausnahme von Dortmund. Der Pöhler von Dortmund hat unlängst seinen Vertrag im Pott verlängert. Klopp und der BVB, das scheint eine Dauerehe zu werden. Irgendwie ist da zusammengewachsen, was nie getrennt gehörte. Aber wir wissen alle: Der Klebstoff hat ein beschränktes Mindesthaltbarkeitsdatum und heißt Erfolg. Aber solange unzufriedene Kicker gehen dürfen/sollen/können und andere Teenies klaglos die Lücken füllen, ohne zu büßen, läuft es beim BVB.


Und beim Club? Nürnberg liegt nur zwei Punkte vom achten Platz (Hoffenheim) entfernt, aber auch nur drei Punkte vom beliebten Relegationsplatz (Kaiserslautern, wer sonst?). Ein wichtiges Spiel für den FCN, das nach Möglichkeit nicht verloren werden sollte. Aber so ist das in Franken, dem Land der begrenzten Möglichkeiten. FCN - BVB 0:3


Zur Bundesliga-Anstoßzeit am Samstag um 15Uhr30 erwartet der einzige Klub aus der Hauptstadt in der Hauptstadt den kleinen HSV aus Niedersachsen. Hannover 96 ist nach der letzten Ausreißersaison auf Normalmaß geschrumpft, liegt drei Punkte hinter dem letzten europäischen Tabellenplatz und will deswegen munter weiterpunkten. Die Gelegenheit scheint günstig.


Hertha in jämmerlichem Zustand. Sie wirkt ungepflegt wie ein Wegelagerer, duscht nicht mehr regelmäßig, zieht die Kittelschürze nur noch fürs Hochamt aus und kämmt sich schon lange nicht mehr, wenn sie aus dem Haus und unter Leute geht. Ist, nachdem Markus Babbel sie sitzen ließ, einfach nicht mehr die Alte. Und hat sich flugs nen Neuen angelacht. Doch der lacht nicht. Sondern legte sich sofort mit den Blagen an. Schimpft oft, schweigt lange. Und schimpft dann wieder. Ist häufig unrasiert. Hertha ist verunsichert. Es geht ihr nicht gut. Hertha - 96 1:2


Mainz 05 holte den verlorenen Sohn Mohammed Zidan aus dem Dortmunder Exil zurück. Und freut sich. Dem Ägypter geht es ähnlich. Er kehrt an die Stätte seiner größten Erfolge zurück. Die hatte er am Bruchweg unter Trainer Jürgen Klopp. Das Stadion am Bruchweg ist, nun ja, abgebrochen, der Trainer ist über alle Berge. Beste Voraussetzungen für den ebenso sensiblen wie tätowierten Stürmer sich nochmal zu beweisen. Zudem hat Mainz ein leichtes Auswärtsspiel auf dem Zettel. Dazu noch mit unschätzbarem Vorteil: Mainz ist die einzige Mannschaft, die am Samstag in der Halle spielen darf. Anzunehmen, dass Tuchel die kurzärmeligen Trikots rauslegt.


Gut, war gelogen. Auch Schalke darf in der Turnhalle spielen. Kunststück, ist ja die Eigene. Die knappen Knappen haben zusammen mit den Bayern am häufigsten gewonnen (13 Mal) und nach den Bayern die meisten Tore geschossen, aber elf mehr kassiert. Aber Manuel Neuer hat ja vor der Saison die Pfosten gewechselt und gehört nicht mehr zur Buerschenschaft. Was das hier zur Sache tut? Nichts, das ist ja das Schöne am Fußball. Schalke steht oben, träumt von Fahnenmeeren, Konfettiregen und Autokorsos vom Ernst-Kuzorra-Weg 1 zum historischen Rathaus in Gelsenkirchen. Das sogar einen Balkon hat. Aber seit wann reicht das? 04 - 05 3:1


Das Rathaus in Leverkusen gehört zu den schönsten Bausünden der 70er Jahre. Es hat wunderbare Betonerker, leuchtende Farben und keinen Balkon. Selbst die Fenster lassen sich nicht öffnen. Wozu auch? Der TSV Bayer 04 Leverkusen, besser bekannt als Werkself (c), war noch nie Deutscher Meister (Nie Deutscher Meiiiister!) und auch in diesem Jahr, wo man den Erfolgstrainer aus dem Blackwood Forest holte, scheint es Essig zu sein mit der Salatschüssel. Aber man ist genügsam geworden am Rhein, wo ja bekanntlich viel Wasser runterfließt, wenn der Tag lang ist. Und die Tage waren auch schon mal kürzer in Leverkusen, dieser Kleinstadt mit schief hängendem Haussegen.


Ballack hier, Capitano dort. Er schweigt. Er spricht nicht. Er sitzt auf der Bank. Der Trainer sagt, er wird noch mal spielen. Der Spieler spricht nicht und sitzt lukrativ auf der Bank. Die Mannschaft tut  es ihm gleich. Na gut, sie spricht manchmal vor TV-Kameras und sitzt nicht auf der Bank, aber sie spielt auch nicht. Schon lange nicht mehr. Keine Freude, keine Sicherheit, kein Zusammenhalt. Ob da ein Leitwolf hülfe? Ach, wer weiß. Die kleine Gelddruckliga ist fest im Visier. Platz 6 entspricht dem "normalen Anspruch des Klubs" hat der Mann aus dem Wald, der in der in Leverkusen überaus beliebten römischen Stadt nebenan geboren wurde, letztens gesagt. Sagen wir es so: Es entspricht dem derzeitigen Leistungsvermögen der recht gut besetzten Elf, die unter Jupp Heynckes teilweise begeisternd und sehr ansehnlich und zudem höchst erfolgreich kickte. Punkt. Muss ich noch was zum Gegner sagen? Es ist der VfB Stuttgart. Bayer 04 - VfB 1:1


Am 7. November 1998 gewann der VfL Wolfsburg gegen die
Borussia VfL 1900 Mönchengladbach mit 7:1. Trainer in Gladbach war damals ein gewisser Rainer Bonhof, Co-Trainer ein gewisser Jörg Schmadtke und im Tor stand ein gewisser Robert Enke. Gladbach spielte die Grottensaison seiner Vereinsgeschichte und fiel wie ein sehr schwerer Stein erstmals in der Vereinsgeschichte in die 2. Liga. Aber der VfL Wolfsburg nutzte nicht nur an diesem öseligen Tag im November die Gunst der schwachen Anderthalbstunde: In 24 Pflichtspielen wurde nur achtmal gegen Gladbach verloren (zwei Unentschieden), davon nur zweimal (von elf Vergleichen) zu Hause. 1998 und 2003.

Nun sind die neuen Fohlen ja die neuen Fohlen und höchst bereit, die beste Saison seit 35 Jahren auch wie den einen oder anderen Konter in dieser Spielzeit perfekt abzuschließen. Um dann in Ruhe eine Kerze in ein leeres Marmeladenglas zu stellen und über den Verlust der Achse Stranzl, Neustädter, Reus (plus x) zu weinen. Mit der Berechtigung zur Teilnahme an einer Gelddruckliga und 17,1 Millionen Euro in der Tasche. Gibt Schlimmeres.


In Wolfsburg wirft man Trainermanagervorstand Felix Magath derweil vor, dass er es nicht schaffte, die alte, teure Mannschaft durch das offene Transferfenster zu stoßen und durch eine neue, teure Mannschaft zu ersetzen. VW muss also mit generalüberholtem Motor, neuen Zündkerzen und geflicktem Keilriemen die letzten Runden der Erfolgssaison drehen. Sieben Punkte Abstand will Wolfsburg in 15 Spielen aufholen, um in der nächsten Saison in der Europa League Werbung für kleine Kleinstwagen mit englischem Namen zu machen. Dabei sind es lediglich fünf Punkte Vorsprung auf den so begehrten Relegationsplatz, der für die Spiele gegen den VfL Bochum berechtigt. Aber wer braucht in den heutigen Zeiten schon Realismus. Und wofür? Eben. VfL - Borussia 0:4


Huch, in der Sky-Zentrale wurden nach unbestätigten Informationen aus Medienkreisen übrigens neben Aufputschmitteln, diversen Hanfprodukten und chemischen Substanzen auch Tranquilizer in nicht unerheblichem Maße gefunden. Und sowas kommt dann dabei raus: Hoffenheim gegen Augsburg 1:0


Beim Topspiel am Samstagabend zur Basketball-Anwurfzeit um 18Uhr30 haben die Sterngucker aber wieder die richtige Ampulle erwischt. HSV gegen Bayern München! Der Dino der Liga gegen den Rekordmeister! Die einzigen überlebenden Unabsteigbaren (hallo nach Bochum) gegen die einzigen "Für-immer-Nummer-Einsen" aus Oberbayern! Die Streber aus München haben in dieser Saison schon fünfmal vergeigt, genauso oft wie Leverkusen und Schalke. Aber einmal mehr als Gladbach und Hannover. Und zweimal öfter als der Deutsche Meister (nur der BVB!).


Was das zur Sache tut? Nichts, das ist ja das Schöne am Fußball. In Hamburg grübelt der kloppähnliche, in Dortmund geborene Trainer aus Wattenscheid derweil, wie er die Niederlage in Grenzen halten kann. Wir grübeln mit. Und kommen zu folgendem Ergebnis: HSV - Bayern München 1:6


Im Schwarzwald hat man einen neuen Trainer. Im Anforderungsprofil stand unter anderem, dass er in der Lage sein muss, aussagekräftige, eloquente TV-Interviews zu geben. Christian Streich sagte nach dem 1:3 in Mainz (0:3 nach 17 Minuten) in einem Interview für die Sportschau dreimal eloquent den Satz: "Dazu sage ich nichts". Dazu fällt uns Folgendes ein:   . Der SV Werder Bremen freut sich, dass er einen Claudio Pizarro hat. Der Lohn: Platz 5, vier Punkte Vorsprung vor einem nicht-europäiischen Tabellenplatz (Hannover), einen Punkt vor der Werkself (c). Am Sonntag zur Amateurfußball-Anstoßzeit um 15Uhr30 reist Werder in den Süden. In Freiburg wächst im Sommer Wein, da hängen die Trauben dann tief. Im Winter wächst da: nichts. SCF - Werder 0:4


Sonst noch? Ach so: Köln spielt doch. Der FC hatte zwar bei der DFL eine Ausnahmegenehmigung inklusive Spielverlegung beantragt, weil Lukas Podolski wegen seines Gips' den Schuh nicht ankriegt. Aber die DFL lehnte ab. Das Spiel auf dem Betzenberg findet also statt. Am Sonntag zur Handball-Anwurfzeit um 17Uhr30. Die weinroten Teufel wissen, dass mehr als Platz 16 in dieser Saison nicht mehr zu schaffen ist. Den haben sie ja immerhin schon mal erreicht. Weiter so. Lautern - Kölle 1:2

Mittwoch, 1. Februar 2012

Wer folgt Rainer Bonhof?

(hai) So langsam wird es ja allerhöchste Eisenbahn, dass sich die Borussia-Fans auf die Gelddruckliga vorbereiten. Vielleicht schauen wir uns einfach mal das letzte Europapokal-Tor der Fohlen im Landesmeister-Cup an. Es fiel im April 1978. Und es schoss der heutige Vizepräsident und Ex-Trainer und Ex-Spieler Rainer Bonhof gegen den FC Liverpool (noch so ein ruhmreicher Ex-Meister). Auf der Gladbacher Trainerbank saß ein Mann, der heute auch eine, nun ja, etwas rotere Nase hat.



* Zudem ist das Ganze natürlich auch ein weiteres, schönes Kapitel aus dem dicken Buch: "Die haltbarsten Tore englischer Keeper".